Der Wald brennt (10.06.2009)

Am Abend des 10. Juni 2009 machten sich rund zwanzig motivierte, wissenshungrige, an Erfahrung teils mehr teils weniger reiche Feuerwehrkameraden dazu auf ihre Kenntnisse im Feuerwehrdienst wieder auf Topniveau zu bringen. Dazu sind Übungen unerlässlich, zu welchen auch jene am Mittwoch zählte.

Feuerwehrkommandantstellvertreter Oberbrandinspektor Kurt Kern beschäftigte sich bereits über Stunden mit der Planung im Voraus.

Um 19 Uhr konnte er seine Gedanken in die Praxis umsetzen. Die Übungsannahme war ein Waldbrand im Ortsteil "Gassl" von Hainsdorf-Brunnsee. Als ortsansässige und daher ersteintreffende Feuerwehr würde die FF Hainsdorf-Brunnsee die notwendigen Erstlöscharbeiten durchführen, genau ein solches Szenario sollte beübt werden. Da über kein Tanklöschfahrzeug verfügt wird, musste von Anfang an ein Löschwasserbezugspunkt gefunden werden. Um die Situation zusätzlich zu verschärfen wurde angenommen, dass die nächstgelegene Wasserentnahmestelle der "Nagler- Teich" wäre, welcher sich in einer geschätzten Luftlinienentfernung von 400 Metern vom Einsatzort befindet.

Folglich entschied Einsatzleiter Oberbrandmeister Richard Pölzl bereits vor dem Ausrücken, dass zusätzliche Druckschläuche mitgenommen werden müssen, da man mit der normierten Ausstattung im Löschfahrzeug die Einsatzstelle nicht erreichen könne.

Beim Brand eingetroffen war die Mannschaft bereits eingeteilt und begann mit ihren Arbeiten. Nach kurzer Zeit bemerkten der Maschinist und seine Mannen, dass man mit dem Feuerwehrauto, ein Löschfahrzeug mit Bergeausrüstung (LF-B) ohne Allrad, den Teich nicht erreichen kann. Ein kurzes Brainstorming ergab, dass man improvisieren und so einen Traktor zur Bewältigung der Aufgabe hinzuziehen müsse.

Die Schwierigkeiten des Zugangs überwunden wurde das beim Feuerwehrleistungsbewerb erworbene Wissen aufgefrischt und eine Saugleitung errichtet.

Gleichzeitig begannen die übrigen Kameraden die Löschleitung zu legen. Es stellte sich heraus, dass alle B-Schläuche verwendet werden müssen, am Ende immerhin 26 an der Zahl. Der Verteiler wurde ungefähr auf Höhe des Hauses der Familie Posch gesetzt und man rückte mit C-Schläuchen zum Brand vor. Der Befehl "Wasser marsch" war die unmittelbare Folge.

Nach nur kurzen Löscharbeiten konnte der Einsatzleiter "Brand aus" melden. Glücklicherweise hätte durch das rasche Handeln der Feuerwehr ein Ausbreiten des Brandes auf weitere Flächen vermieden und so der Schaden gering gehalten werden können.

Bei einer solch langen Löschleitung arbeitete auch die Tragkraftspritze an ihrer Leistungsgrenze, konnte sich aber beim 45-minütigen Betrieb bewähren.

Weitere Notwendigkeit war die Überwachung der Löschleitung, was einige Männer in Anspruch nahm um dies sorgfältig durchzuführen.

Positiver Nebeneffekt war, dass alle Druckschläuche in Betrieb waren und man so gleich eine Überprüfung jener durchführen konnte. Eine Tätigkeit, die die Fehleranfälligkeit bei Einsätzen reduzieren kann.

Resümierend war die Übung notwendig und es zeigte sich, dass regelmäßige Übungen wünschenswert wären. Jedoch zeigte sich auch das kollektiv hohe Ausbildungsniveau.

Die Übung stieß auf ein positives Echo in der Bevölkerung von Hainsdorf-Brunnsee und es fanden sich einige Zuschauer ein, welche eine realitätsnahe Übung zu Gesicht bekamen.

Den Abschluss bildete die ausgezeichnete Verköstigung unserer "chefs de cuisine" Walter Oswald und Karl Friedl während dieser die Übungsnachbesprechung abgehalten wurde.

 

draeger

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